Oft verliert man das Gute, wenn man das Bessere sucht.

Nackenschläge können einem das Genick brechen

Wer kennt sie nicht, die kleinen Dinge, die einfach so passieren und die uns immer wieder aufreiben und uns den letzten Nerv rauben. „Wir reagieren schon oft recht genervt auf ihr Auftreten. „Ach ne nicht das auch noch …“, „Na toll, das hat mir ja gerade noch gefehlt …“, „War klar, wenn kommt, dann dicke … “ sind so typische Reaktionen auf diese Quälgeister. Jeder kennt sie, jeder fürchtet sie, jeder weiß, dass es sie gibt, aber keiner will sie. Gemeint sind die „Nackenschläge“. Wobei dieser Name nicht immer wirklich passend ist. Wer kennt nicht die Situation, man möchte etwas erledigen, vielleicht eine Schraube am Rasenmäher anziehen, man nimmt sich einen 17er-Schlüssel aus dem Werkzeugkasten, geht zum Rasenmäher und bemerkt jetzt, dass der 17er-Schlüssel nicht der passende ist, die Schraube verlangt einen 19er-Schlüssel. Das würde ich jetzt nicht als Nackenschlag bezeichnen. Hier fände ich Worte wie „schusselig“ oder „dumm gelaufen“ zutreffender.

Der Duden sagt zum Nackenschlag 1. „Schlag in den Nacken“ und 2. „etwas, was jemandem zugefügt wird und ihn empfindlich trifft“. Wir alle kennen diese kleinen, aber auch große Nackenschläge, die wir im Laufe unseres Lebens immer mal wieder verdauen müssen. Die großen Nackenschläge, die das Leben so für uns bereithält, nennen wir häufig auch Schicksalsschläge. Den „Schicksalsschlag“ als solchen beschreibt der Duden mit „trauriges, einschneidendes Ereignis in jemandes Leben“. So haben Schicksalsschläge sehr häufig einen großen Einfluss auf unser Leben. Sie verändern oft das komplette Leben des Getroffenen. Aus dieser Betrachtung heraus ist meine Herzerkrankung auch ein Schicksalsschlag, welcher mein ganzes Leben um 180° verändert hat. Solche massive, große oder schwere Schicksalsschläge treffen uns zum Glück nicht ganz so häufig. Zum Glück. So wünsche ich auch niemanden, von einem schweren Schicksalsschlag getroffen zu werden. Was uns viel häufiger trifft, sind diese kleinen Nackenschläge, die uns immer wieder ein Stück zurückwerfen. Die uns immer wieder am „Weiterkommen“ hindern. Diese Missgeschicke, die oftmals aus dem Nichts auftauchen und die wir gerade dann nun mal gar nicht brauchen können. Dieser Unbill, der sich zur Unzeit breitmacht. Ich kämpfe aktuell mal wieder mit einem solchen kleinen Nackenschlag. Was ist passiert. Ich ärgere mich doch seit nun mehr als 2 Monaten mit einer Achillessehnenentzündung rum. Da ich eine wirklich schwere Entzündung hatte, gab mir der Arzt ein vollkommenes Sport-Verbot. An dieser Stelle sollte ich wohl erwähnen, dass ich da mal wieder selbst schuld war. Ich habe das Trailrunning und Seilspringen hoffnungslos übertrieben.

Bursitis trochanterica
Durch eine zu starke Beanspruchung der Schleimbeutel kann es zu einer schmerzhaften Entzündung dieser kommen (Bursitis = Schleimbeutelentzündung; Mehrzahl Bursitiden). Kommt es zu einer Entzündung, sammelt sich vermehrte Gewebsflüssigkeit im Inneren des Schleimbeutels an. Das führt zu einer Anschwellung, wodurch der Schleimbeutel auf das umliegende Gewebe Druck ausübt. Die möglichen Folgen: starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.Dies ist die häufigste Form der Schleimbeutelentzündung des Hüftgelenks. Dabei ist der Schleimbeutel über dem Trochanter major (großer Rollhügel) gereizt. Dieser ist ein seitlicher, kräftiger Knochenvorsprung des Oberschenkelknochens (Femur). Über diesem liegt ein starkes Stabilisierungsband. Der Schleimbeutel liegt zwischen diesem Band und dem Trochanter major, um die Reibung zwischen Band und Knochen zu verhindern, die unter anderem beim Gehen, Laufen und Springen auftritt.Die Form tritt insbesondere aufgrund von mechanischer Überlastung auf. Vor allem wiederholte, einseitige Bewegungen wie beispielsweise beim Gehen, Laufen oder Fahrradfahren sind mögliche Ursachen. Bei sportlichen Aktivitäten im normalen Ausmaß tritt eine Schleimbeutelentzündung in der Hüfte in der Regel nicht auf.

Wer sein Trainingspensum übertreibt, der muss mit Reaktionen des Körpers, erst recht in meinem Alter, rechnen. Und so ein Körper reagiert auf zu viel Sport eben mit solch lästigen Dingen wie Entzündungen. Nachdem ich jedoch durch die Sport-Abstinenz negative Auswirkungen gespürt habe, so wurde ich furchtbar kurzatmig, wurde ich wieder beim Arzt vorstellig. Dieser erlaubte mir dann, da die Entzündung sich bis auf die Größe von ca 2 cm zurückgebildet hat, das Fahrradfahren. So könnte ich sicherstellen, dass der Muskel- und damit der Konditionsverlust nicht so schlimm wird.

Mountainbiken im Winter hinterlässt seine Spuren

Ich also ab aufs Rad. Die ersten beiden Tage habe ich es tatsächlich etwas ruhiger angehen lassen, danach habe ich ganz schnell wieder Training mit schweren Einheiten absolviert. Beim Radfahren wird die Achillessehne nicht stark belastet, ich habe die Entzündung in meiner Sehne nach dem Radtraining auch nicht verschlimmernd gespürt. Nach 2,5 Wochen täglichen Radeinheiten meldet sich ganz plötzlich meine Hüfte mit einem leichten Schmerz. Am nächsten Tag nach dem Radtraining war der Schmerz schon richtig stark. Am dritten Tag, ich sollte erwähnen, nach dem Radtraining, konnte ich kaum noch gehen. Also ab zum Arzt.
Der Arzt diagnostizierte eine „Bursitis trochanterica, eine Schleimbeutelentzündung am Oberschenkelknochen der Hüfte. Die Therapie zur Heilung liegt auf der Hand. Ruhigstellung der Hüfte, was wiederum mit sehr gut zur Therapie für meine Achillessehnenentzündung passt. Gerade wo ich wieder begonnen hatte, mich wieder mal zurück zu kämpfen, kommt wieder so ein kleiner Nackenschlag und wirft dich wieder zurück. Mal wieder, wie so häufig geht es eben nicht glatt durch, sondern es kommen wieder mal Schwierigkeiten hinzu, die es zu meistern gilt.

Na ja, ich denke, ich sollte das mal anders sehen. Dieser kleine Nackenschlag war ja mal so was von notwendig. Ich frage mich gerade, was ich noch alles brauche, um mal zu lernen, wirklich verantwortungsvoll mit meinem Körper umzugehen. Ich weiß, dass Sport gesund ist, deshalb mache ich auch viel Sport. Ich sollte mir aber auch vor Augen halten, dass „viel“ nicht immer viel hilft. Oftmals ist weniger mehr. Wir alle wissen das, wir alle kennen diese Zusammenhänge. Und doch halten wir uns so selten daran. Ich liege jetzt auf dem Sofa und genieße gerade meine 2 Lerneinheiten.

  1. Höre auf, immer mehr zu wollen, als du zu leisten im Stande bist, ohne dein System zu überlasten. Gehe an immer so nahe wie möglich an deine Belastungsgrenzen, aber achte darauf, dich nicht darüber hinaus zu belasten. Und wenn du dich zu sehr belastest, heißt das Zauberwort „Regeneration“.
  2. Nackenschläge sind einfach wichtig und gut. Sie trainieren uns darin, immer und überall zu jedem Zeitpunkt die Kompetenz des Aushaltens und Wiederaufbauens in uns zu tragen und stetig zu nutzen. Jeder Nackenschlag verbirgt eine Lernerfahrung für dich. Erkenne sie und handle danach.

So, auf dem Sofa liegend, macht sich nun noch ein dritter „Lerngedanke“ in mir breit.

  • Lerne schnell und vorbehaltlos, das erspart dir möglicherweise unnötige Nackenschläge

Na, da muss ich mal drüber nachdenken. Ich hätte ja gerade Zeit….

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